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Biographie Deutsch

Simone van der Vlugt, geboren 1966, ist als Autorin von historischen Jugendromanen international erfolgreich. “Schattenschwester” ist nach “Klassentreffen” ihr zweiter Spannungsroman, der in den Niederlanden sofort die Bestsellerliste eroberte und sich mehr als 150.000 Mal verkaufte. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Alkmaar.

Wie alles anfing

Simone: `Ich werde oft gefragt, ab wann ich wusste, dass ich Schriftstellerin werden wollte. Ab wann weiß man so etwas? Man wird nicht eines morgens wach und denkt : Aha, ich hab’s, ich werde Schriftstellerin! Das muss wachsen, auch wenn man es insgeheim schon lange ahnt. Mein Kopf war immer schon voller Geschichten, ich erfand spannende Abenteuer, die ich dann mit meinen Freundinnen spielte. Dabei blieb es nicht: nach dem Spielen schrieb ich sie auch noch auf. In der Schule war ich besonders gut in Aufsätze schreiben und weil der Lehrer mich lobte, wurden sie auch stets länger. Was man gut kann, macht man bekanntlich gerne.

Eines Tages las ich allerdings ein Buch, das von einem zwölfjährigen Mädchen geschrieben worden war. Es traf mich wie ein Blitz. Es war also möglich, schon als Zwölfjährige ein Buch zu veröffentlichen. Von diesem Augenblick an war ich nicht mehr zu halten. Nun war das Buch dieses Mädchens allerdings etwas sehr besonderes, weil sie nämlich sehr krank war. Ich hingegen war kerngesund und hatte eigentlich nichts nennenswertes zu erzählen. Meine erste Geschichte wurde dann auch prompt, mit einem netten Brief , vom Verleger schon bald wieder zurück geschickt.

Nicht so schlimm, es saß längst schon wieder eine neue in meinem Kopf. “Aufgeben” gehörte nicht in meinen Wortschatz.

Mein Vater, der auch gerne liest, hatte mich inzwischen auf historische Jugendbuchliteratur aufmerksam gemacht. Ein Buch empfahl er mir ganz besonders: “Kreuzzug in Jeans” von Thea Beckman. Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, war es um mich geschehen: Geschichten aus der Vergangenheit, das fand ich fantastisch.

Mit vierzehn schrieb ich ein Buch über die Hexenverfolgung. Auch das wurde von den Verlagen zurück geschickt, aber ich machte einfach weiter und …ich entwickelte mich. Alle erzählerischen Feinheiten machte ich mir langsam eigen. Wenn ich ein Buch las, achtete ich nicht nur auf die Geschichte, sondern auch darauf, wie sie erzählt wurde, wie die Kapitel anfingen, wie die Spannung aufgebaut wurde. Während ich las, lernte ich!

Nach der weiterführenden Schule zog ich nach Amsterdam, um Niederländisch und Französisch zu studieren, weil ich Lehrerin werden wollte. Zeit zu Lesen hatte ich nicht mehr, aber es wurde auch “Kreatives Schreiben” und “Jugendliteratur in der Grund- und Hauptschule” unterrichtet.. Klar, dass diese Fächer meine Lieblingsfächer wurden. Eine Idee für ein Jugendbuch begann sich langsam in meinem Kopf zu formen, aber ich wollte erst mein Studium beenden.

 

Alle Deutscher Bücher

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Wenn ich nämlich einmal in einer Erzählung stecke, verschwindet die reale Welt um mich und das kann man sich nicht erlauben, wenn man Examen ablegen muss. Sobald ich fertig war, fing ich mit meinem Buch an. In der Zwischenzeit arbeitete ich als Sekretärin in einem Büro, weil ich nicht sofort eine Stelle als Lehrerin bekommen konnte. In den Abendstunden schrieb ich und ein Jahr nach meinem Studium schickte ich mein Manuskript zu drei verschiedenen Verlagen. Zwei sandten es direkt zurück. Mein Lieblingsverlag aber lud mich zu einem Gespräch ein! Mit allerlei guten Ratschlägen um meine Geschichte zu verbessern, entließen sie mich und sagten zum Abschied: “Bis zum nächsten Jahr!”.

So viel musste ich verändern. Drei Monate später saß ich wieder bei Lemniscaat. Diesmal mit einer korrigierten Fassung. Nachdem ich nochmals eine Menge hobeln und schleifen musste, wurde die Geschichte gutgeheissen.

Unter dem Titel “Das Amulett” wurde sie veröffentlicht und sofort durch die Jugendjury nominiert. Zum ersten Mal geschah das mit einem Erstlingswerk und ich war mächtig stolz.

Natürlich ist es toll, wenn ein Buch verlegt wird. Aber es muss auch gelesen werden. Glücklicherweise brauchte ich mir darüber keine grauen Haare wachsen zu lassen. Ich fing gleich wieder an etwas zu schreiben und hab gar nicht mehr aufgehört. Schreiben ist für mich wie Atmen!

Lehrerin bin ich dann nicht mehr geworden. Aber da ich ein oder zwei Tage in der Woche Lesungen halte auf Schulen in den Niederlanden, stehe ich doch noch vor der Klasse. Eigentlich die schönste Art und Weise, die man bedenken kann.’