Klassentreffen



KlassentreffenSAGEN SIE NICHT, WIR HÄTTEN SIE NICHT GEWARNT.

Seit neun Jahren hat Sabine nicht mehr an Isabel gedacht. Erst die Einladung zum Klassentreffen beschwört unheilvolle Erinnerungen an die einst beste Freundin wieder herauf, die damals spurlos verschwand. Ausgerechnet das, was an jenem Tag geschah, scheint Sabine vergessen zu haben …

Als Sabine die Einladung zum Klassentreffen erhält, wird ihr Leben zum Albtraum. Plötzlich stürmen Erinnerungen auf sie ein an eine Zeit vor neun Jahren, die sie längst überwunden zu haben glaubte. Sabine ist vierzehn Jahre alt, als sie zum ersten Mal tief verletzt wird. Ihre beste Freundin Isabel beachtet sie nicht mehr, schlimmer noch, zusammen mit ihren Klassenkameraden quält sie Sabine, die sich immer mehr in die Einsamkeit zurückzieht. Eines Tages verschwindet Isabel — spurlos. Jede Suche endet vergeblich, auch ihre Leiche wird nie gefunden. Aber ist Isabel tatsächlich ermordet worden, wie alle in Den Helder glauben? Was ist damals geschehen? Und warum scheint Sabine die Erinnerung an genau jenen Tag verdrängt zu haben?

Originaltitel: De reünie
Originalverlag: Anthos
Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
ERSTMALS IM TASCHENBUCH
384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-35177-6
€ 8,95 [D] / SFr 16,50


Rezensionen

Westfälische Nachrichten, Münster
Furioses Finale

Der Krimi kommt etwas gemächlich daher: Eine Einladung zu eineme Klassentreffen weckt bei Sabie Kroese lange verschüttete Erinnerungen an einde gar nicht unbeschwerte Schulzeit. Die 24-Jährigt erholt sich gerad eerst von einemen Nervenzusammenbruch, fasst mühsam wieder Fuß im Beruf, fühlt sich den Schikanen einer Kollegin ebenso ausgeliefert wie früher in der Schule dem Mobbing der Clique um ihre Exfreundin Isabel. Nur gut, dass ihr alter Bekannter Olaf ihr hilft.
Doch dann wird das Tempo immer rasanter: Je mehr sich Sabine an die Zeit erinnert, in der Isabel spurlos verschwand, desto unheimlicher wird ihr Olaf. Plötzlich hat sie eind Bild van damals vor Augen – und weiß nun, dass Olaf auch am Tatort war. Als Sabine dann noch ihre ehemahalige große Liebe Bart wieder trifft und Olaf vor Wut und Eifersucht ausrastet, is für sie klar, dass es nur einen Täter geben kann.
Doch die Polizei will ihr nicht glauben. Aber Olaf weßnun, dass sie ihn verdächtigt…

Am Anfang schwelgt das Buch etwas in Klischees, doch je tiefer Sabine in den alten Mordfall verstrickt ist, desto eigenständiger wird der Stil. Nach der Hälfe der knapp 400 Seiten mag man das Buch deshalb schon gar nicht mehr aus der Hand legen, am Schluss könnte es gar eine lange Nacht werden. Und das Finale ist furios.

Das Literaturportal

Wie viele Leserinnen, und ach Leser, kennen wohl diese Situation – die grauw Maus am Arbeitsplatz, in der Schule immer am Rand der In-Clique und wenn das Glück anklopft, entpuppt es sich rasch als Horrortrip? Es is leicht, sich mit dieser Sabine zu identifizieren, und genau da macht sie sur perfekten Krimiheldin. Denn ein Kriminalroman ist Klassentreffen, ebenso wie ein psychologiser Thriller und eine Liebesgeschichte. Vor alle mist es aber einss, ein überdurchschnittlich spannendes Buch.
Klassentreffen is nach zahlreichen historischen Jugendromanen des erste Ausflug der niederländischen Autorin Simone van der Vlugt ins Genre des Spannungsromans, und ihr Einstand überzeugt. Ständig im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit entfaltet sich eine Erzählung, an der der Leser emotional und kriminalistisch Anteil nehmen kann. Gerade weil die Figuren unperfekt sind, wil man der Heldin das Glück wünscht, weil die Situationen alltägllich sind, ist der Leser von Seite zu Seite dabei.
Daran ändert auch nichts, dass gerade das auf dem Klappentext so gelobte Ende für einen versierten Krimileser vielleicht nicht ganz zo überraschend ist, un dass die Auflösung, so trickreich si eist, vielleicht ein weinig zu lange hinausgezögert scheint. Unter dem Strich bleibt ein mitreßender Roman, den man zumindest während des ersten Lesens nicht aus der Hand legen möchte, ehe nicht alle Fragen geklärt sind.

Lausitzer Rundschau, Cottbus
Rätsel auf der Lichtung

 

Roman steht vorn auf dem Umschlag und im Buch ist Roman drin, längst nicht mehr die Regel. In Klassentreffen erleben wir eine höllandische 24-jährige Frau nach einem Burn Out an ihrer Arbeitsstelle, folgen ihren Erinnerungen an die Schulzeit, erleben über 380 Seiten Schritt für Schritt eine sich auflösende Amnesie.
Die Zeitebenen sind leicht zu verfolgen. Es werden nicht mehr Personen eingeführt als nötig. Simone van der Vlugt führt die Begegnung der Protagonistin mit einem Mädchen ein, dass sie selbst in der Schulzeit ist. Dieser Kunstgriff wirkt nicht künstlich, vielmehr organisch und wird wunderbar einleuchtend aufgelöst. Durch genaue Schilderungen vom Arbeits-und Liebesleben der jungen Frau zieht sich ein Vermisstenfall: Flucht oder Mord?
Wer sich selbst böse bestehlen will, liest die letzten zwei Seiten zuerst. Aber selbst dann kann er einige Monate nahe Gegenwart zwischen Amsterdam und der Nordseeküste erleben, ohne sich auch nur eine halbe Seite langweilen zu müssen.

Siegener Zeitung
Aufregendes Debüt
 

Die Einladung zum Klassentreffen bringt einiges ins Rollen. Erinnerungen werden wach. Nicht an glückliche Tage, sondern an Stunden der Demütigung, der Einsamkeit, des Hasses. Sabine, die Außenseiterin, ist erwachsen geworden: das Problem ihrer Kindheit hat sie im Griff. Oder etwa nicht?! Jedenfalls rückt mit dem Termin des Klassentreffens auch das rätselhafte Verschwinden ihrer einst besten Freundin Isabel wieder in den Blick. Und Sabine macht sich auf den Weg, die Vergangenheit zu erhellen…
Wer ihr folgt, geht über das dunne Eis brüchiger Beziehungen, fragwürdiger Begegnungen, gebrochenen Vertrauens. Das macht dieses Buch soa temlos spannend, dass es gleich verschlungen sein will. Dazu ist die Geschichte sprachlich schön erzählt; sie liest sich einfach gut. Mit Klassentreffen ist der höllandischen Autorin Simone van der Vlugt im Genre ‘Spannungsroman’ ein aufregendes Debüt gelungen. Eine Forsetzung folgt.

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